Stubacher Sonnblickkees


Referenz: LTER_EU_AT_023_001    

GletschertypHanggletscher
Lageostexponiert - beginnt in einer Seehöhe von 2.500 m
Fläche 19691,756 km²
Fläche 19981,499 km²
Fläche 20170,9 km²
Massenbilanzmessungen seit1963
Längenmessungen seit1960

Der LTER Standort Stubacher Sonnblickkees (SSK) ist ein Langzeit – Forschungsstandort mit  Hauptfokus auf den jährlichen Massenbilanzmessung, welche mit der Bestimmung der hydrologischen Bilanz im Einzugsgebiet des Stausee Weißsee (der ÖBB) einhergeht. Von 1964 bis 1981 wurde die jährliche Massenbilanz des SSK mit der direkten glaziologischen Methode gemessen, seitdem wird die Bilanz mit einer semi-direkten Methode berechnet. Das Langzeitmessprogramm beim SSK ist ein Projekt des Hydrographischen Dienstes Salzburg.

Seit 2017 wird die Massenbilanz zusätzlich wieder direkt gemessen (interdisziplinäre Gebirgsforschung der ÖAW).

Die vorliegende Massenbilanzreihe gehört zu den längsten der Welt. Von 1982 bis 2014 waren die jährlichen Bilanzen überwiegend negativ. Der Gletscher hat in diesem Zeitraum fast 40 Mio m³ Eis verloren. Die aktuelle Situation sieht nicht besser aus: Keine Rekordverluste – aber fast

 

Aufsummiert über den Zeitraum von über 70 Jahren ergeben die Einzeljahre den Trend der Veränderungen wider, wobei dieser ab 1982 besonders markant ist: Seitdem hat das Stubacher Sonnblickkees rund 40 Mio m³ an Eismasse verloren, das ist mehr als die Hälfte des früheren Gletschers.

Bei einer Fortsetzung der Klimaerwärmung und des Trends starker jährlicher Massenverluste könnte das Stubacher Sonnblickkees in 3 Jahrzehnten verschwunden beziehungsweise in 2 bis 3 Eisreste zerfallen sein. Gerade auch deshalb ist die Fortsetzung der Gletschermessungen notwendig, um die Prozesse der „Entgletscherung“ kennen zu lernen. Auch wenn es sich niemand unter den gegenwärtigen klimatischen Umständen vorstellen kann: „Einmal“ wird es eine Umkehr geben, dann sind die „früheren“ Messungen und Erkenntnisse eine wertvolle Grundlage für das Verständnis eines Gletschervorstoßes – zum Beispiel mit Blick auf die Topographie sowie die Gestalt des Felsuntergrundes.

Der Vergleich der beiden Fotos zeigt eindrucksvoll den verheerenden Massenverlust von 1982 bis 2016: