Klima und Hydrologie

Die Erfassung der Klima-Gletscherbeziehung ist zum Verständnis der Gletscherschwankungen eine unabdingbare Voraussetzung. In den 1850er Jahren waren 70% des Einzugsgebietes Weißsee vergletschert. Heute sind es nur noch 21%. Die Fläche des SSK hat sich von 2 km² auf 1 km² halbiert. Im jährlichen Mittel betrug die Gletscherspende in den vergangenen 35 Jahren etwa 30%.

Die Schneehöhen am Gletscher haben gegen Ende der winterlichen Akkumulationszeit deutlich abgenommen. Seit 1970 bedeutet das in Zahlen um 2m weniger Schnee.

Info:

  • 1961 Gründung der Wetterstation Weißsee durch Werner und Heinz Slupetzky
  • Erfassung der Wetter- und Klimadaten im Zusammenhang mit Massenbilanzmessungen
  • ab 1980 Ausbau der Wetterstation zu einer ganzjährig besetzten Synop-Station durch die Wetterdienststelle Salzburg und OÖ der ZAMG sowie zu einer Station des Hydrographischen Dienstes Salzburg
  • die heutige Wetterstation befindet sich im Nebengebäude des Berghotels Rudolfshütte
  • heute auch Hochwassermeldestation im Hochwasserwarnsystem HYDRIS & Lawinenmeldestation

 

Filleckkees-See Foto: H-Slupetzky-15-8-1998

Zukunft

Bei der anhaltenden Klimaerwärmung ist eine Fortsetzung der Messreihe bis zum völligen Verschwinden des Gletschers sehr wichtig.

Die Gründe dafür:

  • eine selten lange Messreihe darf nicht unterbrochen werden
  • noch nie wurde das Verschwinden eines Gletschers so detailliert mit Daten erfasst
  • rückwirkend können mit der bekannten Topographie des früheren Gletscherbettes die früheren Eisvolumina berechnet werden
  • die Massenbilanzreihe kann neu kalibriert beziehungsweise validiert werden
  • der Zusammenhang Klima – Gletscher ist bei Langzeitmessreihen besser zu verstehen
  • bei einer eventuellen längerfristigen kühleren Klimaphase können Neuaufbau der Eismasse und Gletschervorstoß beobachtet werden