Messung der Längenänderung

Bereits seit über 100 Jahren werden in verschiedenen Gletscherregionen jährliche Messungen des Gletscherstandes vorgenommen. Es werden weltweit jedes Jahr über 1800 Gletscher hinsichtlich ihrer Längenänderungen beziehungsweise der Positionsänderungen der Gletscherfront untersucht. Die Messungen der Längenänderung geben keine Informationen über laterale Positionsschwankungen und die Situation in den hochgelegenen Gletscherteilen, ebenso wenig über Flächen- und Volumenänderungen.

Der österreichische Alpenverein startete im Jahr 1891 einen Aufruf zur Gletscherbeobachtung. Bis heute werden die Längenmessungen im Auftrag des Gletschermessdienstes des Alpenvereins durchgeführt. Ab 1960 wurde mit den Längenmessungen an den Gletschern im Stubachtal, im Rahmen des OeAV-Längenmessprogramm, begonnen.

Messmarke 4 -11 unterhalb der SSK Gletscherzunge

Prinzip der Längenmessungen

Das Prinzip der Längenmessungen ist sehr einfach. Ausgehend von Messmarken wird der Abstand zum frontalen Eisrand gemessen. Die Richtung der Messung muss genau festgelegt und anschließend immer eingehalten werden. Normalerweise wird diese Messung gegen Ende der Ablationssaison im Spätsommer vorgenommen. Im Vergleich mit der gemessenen Distanz aus dem Vorjahr ergibt sich die Veränderung der Gletscherfrontposition. Um Veränderungen des Grundrisses der unteren Gletscherzunge Rechnung tragen zu können, werden oft von mehreren Marken aus Messungen durchgeführt. Anschließend wird aus den Ergebnissen ein Durchschnittswert ermittelt. Bei einer Veränderung von nur wenigen Metern oder einer gar gleich bleibenden Frontposition spricht man von einer stationären Gletscherfront beziehungsweise einem Stillstand. Die Messungen werden immer zum gleichen Zeitpunkt (Spätsommer) vorgenommen, um eine Beeinträchtigung der Messungen durch saisonale Gletscherstandschwankungen auszuschließen.

Eine wertvolle Ergänzung zu den jährlichen Messungen, kann die fotografische Dokumentation der Gletscherfront darstellen. Besonders in Phasen starker Veränderungen der Morphologie der Gletscherzunge.